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Kirche Mengersdorf

Mengersdorf, 95490 Mistelgau

Die erste Kirche an diesem Ort wurde wahrscheinlich 1412 errichtet. Um das Jahr 1521 entstand ein neuer Kirchenbau, der 1623 erweitert wurde. Auffallend ist das Epitaph für den Herrn von Schlammersdorf, welches daran erinnert, dass dieser 1704 während einer Hochezitsfeier erstochen wurde.

Kirche Mistelgau

Schulstraße 2, 95490 Mistelgau

"Ein Musterbeispiel einer Land-Barock-Kirche aus der Zeit der Markgräfin Wilhelmine"

Geschichtlicher Überblick:

  • erster Kirchenbau geht auf die romanische Zeit zurück (östl. Chorfenster, rom. Kapitel)
  • 1488 erste Vergrößerung (Gedenkstein über dem westl. Eingang)
  • 1678 "Welsche Haub" (Zwiebelturm) durch Spitzturm ersetzt
  • 1736 zweite Erweiterung (gegenwärtiges Kirchenschiff entstand / Stuckaturen an der Decke Triumphbogen über dem Altarraum)
  • 1928 - 1936 Generalinstandsetzung unter Pfarrer Seggel
  • 1980 Renovierung unter Pfarrer Fürle



Kunstschätze:
ein Hochaltar mit Christi Passion: Kreuzigung und Auferstehung

Barockaltar:
1705 vom Bildhauer Johann Caspar Fischer (Schüler von Elias Renz) aufgestellt

Kanzel:
1718 vom gleichen Künstler geschaffen Sie wird gestützt vom Riesen Simsen, von dem das Buch der Richter erzählt, er habe mit einem Eselkinn-Backenknochen 1000 Philister erschlagen. Die Kanzel ist ein figurenreiches Kunstwerk mit einer symbolhaften Darstellung der der matereglisia der Mutter Kirche, beginnt unten am Treppengeländer mit einer plastischen Galerie heiliger Gestalten, die bei Christus dem Weltenherrscher endet, Engel tragen den Schalldeckel der Kanzel mit der Gestalt des siegreichen Auferstandenen.

Chorwand:
sehr ornamentenreich mit dem Auge Gottes, es blickt hinab in ein Gotteshaus, das von den Börgern Mistelgaus und dessen Nachbarn mit Stolz "die Krone des Hummelgaus" genannt wird.

Orgel:
1852 von Ludwig Weineck aus Bayreuth erbaut

Taufstein:
1686 eingeweiht, gefertigt von Bildhauer Georg Brenk aus Kulmbach

Emporenbilder:
Bilder aus der biblischen Geschichte vom Kunstmaler Johann Heinrich Schertel aus Bayreuth

Deckengemälde:
Taufe Christi durch Johannes durch den Maler Georg Christof Gebhard aus Marktleuthen

Stuckaturen:
an der Decke, am Triumphbogen und im Chorraum von Martin Krasser

Grab-Epitaph des Sigmund von Wirsberg (li. im Altarraum):

Grabmal an der Chorwand für sich und seine Frau 1575 geschaffen. Er war wohl ein demütiger Sünder, denn er ließ das Gesicht des Schächers neben dem Gekreuzigten als sein Ebenbild gestalten. Vielleicht aber auch deshalb, weil Christus ihm versprochen hatte: "Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein."

Kirche Obernsees

Am Barockgarten 1, 95490 Mistelgau-Obernsees

Schon weit vor 1390 stand an der Stelle der heutigen Kirche ein Gotteshaus. Es war nach dem frühchristlichen Märthyrer St. Vitus benannt. Ob es eine Klosterkirche oder eine Burgkappelle war, bleibt ungewiss.

In der Kirche begraben liegen H. S. von Aufseß (+ 1586), und seine Gemahlin Ursula, geb. Giech (+ 1581), ferner eine andere von Aufseß, welche die Stifterin der Kirche gewesen sein soll. Ihre Grabdenkmäler wurden mit dem Taufstein in die neue Kirche übernommen.

Als 1707 die Kirche aufgrund ihres hohen Alters baufällig wurde, begann man mit dem Neubau eines Turmes. 1727-29 wird die jetzige Kirche gebaut.

Schon im 17. Jahrhundert benannte man sie nach dem Schutzheiligen der Pilger, Kaufleute und Reisende "St. Jakob". Der Bayreuther Markgraf Christian Ernst hatte damit das Aufbauwerk seines Vaters fortgesetzt.

Nach einem großen Dorfbrand 1666, dem auch das Pfarrhaus zum Opfer fiel, wurde dieses bald wieder erbaut und im Jahre 1757 mit einem schönen Eingangstor versehen. Zur gleichen Zeit wurden die Innenräume mit kunstvollen Stuckdecken verziert. Der Maler J. P. Langheinrich besorgt die Ausschmückung der Kirche, die 1770 von dem Hofmaler E. W. Wunder ergänzt wird.

Besonders gelungen sind ihm drei Ölgemälde auf Kalkputz in drei rautenförmigen Feldern an der Langhausdecke. Sie stellen Christi Geburt, Kreuzigung und Auferstehung dar. Bei der jetzigen Renovierung hat der Kirchenmaler erfolgreich versucht, diese alten Kunstwerke in ihrer ursprünglichen Farbenpracht wieder herzustellen.

Schriftstücke, die im Turmkopf verwahrt sind, geben von der baulichen und künstlerischen Veränderung der Kirche Zeugnis. 1860 wird die neue Orgel in St. Jakob geweiht, sieben Jahre später das Bahrhäuschen gebaut. In den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden Turmuhr, Glocke und Fußboden erneuert. 1928-29 findet eine eingehende Restaurierung der Kirche statt; 1952 wird der Turm neu eingedeckt.

Im Jahre 1968 hat die damals noch selbständige politische Gemeinde Obernsees neben dem Friedhof auf einem Kirchengrundstück eine Leichenhalle errichtet. 1969 begann man mit den Vorarbeiten für eine neue, umfassende Kirchenrenovierung. Sie wurde mit einem Kostenaufwand von rund 600 000 DM durchgeführt, der teils von kirchlichen Einrichtungen, teils vom Freistaat Bayern getragen wurden. Mit der Einweihung in Jahr 1979 wurde diese große Erneuerung der Kirche zum Abschluss gebracht.

Die Kirche St. Jakob wird mit Recht als schönstes Schmuckstück von Obernsees bezeichnet. Sie zählt zu den schönsten Kirchen der näheren Umgebung. Der schönste Schmuck einer Kirche jedoch ist und bleibt die anbetende und dankende Gemeinde.

St. Rupert-Kapelle Obernsees

Frankenhaager Straße, 95490 Mistelgau-Obernsees

Östlich, außerhalb des Ortes gelegen, an der Kreisstraße nach Bayreuth, Abzweigung Frankenhaag, steht die St.-Rupert-Kapelle. Umgeben von einer alten Friedhofsmauer und mächtigen Linden hat sie eine idyllische Lage.

Die Vorfahrin der Rupertskapelle ist wahrscheinlich eine uralte Kultstätte an der dort befindlichen mineralhaltigen Quelle. In christlicher Zeit wurde durch die Errichtung einer dem Apostel der Bayern, Rupert, geweihten Kapelle der alte Kultus christianisiert. In einer Pfarrbeschreibung von 1811 ist zu lesen: "Die Rupertkapelle ist eines der ältesten kirchlichen Gebäude der ganzen weiten Umgebung, im Jahre 1080 erbaut vom Bischof Ruprecht in Bamberg."

Diese Kapelle gehörte zum Archidiakonat Hollfeld, das bereits 1017 genannt wird. Der Chorraum in seiner jetzigen, spätgotischen Gestalt aus dem Jahr 1479. Seine Altäre sind noch erhalten. Auf dem Hauptaltar befand sich ein Kruzifix, von dem sich abergläubische Personen Späne zu Amuletten abschnitten.

1710 wurde das Kirchenschiff erweitert und die Kirche mit ihrem Zwiebelturm versehen. Nur eines der schönen Ölgemälde, die die Felder an den Emporen ursprüglich zierten, ist heute noch erhalten. Die darunter stehenden Bibelsprüche jedoch sind alle ursprünglich.

Inschrift über dem Nordportal: C E M Z B = Christian Ernst, Markgraf zu Bayreuth - erweitert und erhöht: A.C. MDCCX = 1710.

Unter Pfarrer Thiermann, in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, wurde die Kapelle eingehend erneuert und mit allerlei Malerei verziert. Um die unaufhörlichen Beschädigungen zu verhindern, wurde der eigentliche Kirchenraum mit einem großen Eisengitter abgeschlossen.

Als einmal ruchlose Diebe die drei Glocken der Kirche stahlen, musste der Gottesdienst von der Mutterkirche Obernsees eingeläutet werden, bis der Brauereibesitzer Maisel wieder eine Glocke stiftete.

Als vertriebene Salzburger 1731 an der Rupertskapelle vorbeizogen, hielt man ihnen vom Altar aus eine Bewillkommnungs- und Trostrede, die sie unter vielen Tränen anhörten. St. Rupert ist der Schutzheilige des Salzbergbaus.

Durch den einheimischen Künstler Fritz Föttinger wurde die Figur von St. Rupert neu in Ton gestaltet und bei der Wiedereinweihung der Kapelle der Kirchengemeinde übergeben. St. Rupert, Stammheiliger der Bayern, ist zugleich Schutzpatron der Salzbergwerke. Aus diesem Grund ist auch die von Fritz Föttinger erstellte Figur mit einem Krug verbunden, der voll mit Salz gefüllt ist.

Heute umgeben vier mächtige Linden die Kapelle und prägen ihre idyllische Lage. Weitere drei alte Linden wurden 1894 gefällt. Die oberfränkische Zeitung sprach in diesem Zusammenhang von einem Vandalismus.

Unter den Linden um St. Rupert wurde im Jahr 1962 das Kriegerdenkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege errichtet.

Noch heute werden viele Geschichten über die wundersame Hilfe St. Ruperts erzählt.

So bekam einst eine ehrbare Frau erst dann ein Kind, als sie sich in ihrer Not an St. Rupert wandte. Ein reicher Bauer, der einen blinden Sohn hatte, gelobte zwei Ochsen, falls der Sohn wieder sehend würde. Als er sich der Kapelle näherte, geschah auch dieses Wunder - nun aber glaubte der Bauer, nichts mehr geben zu müssen und trieb die Ochsen wieder heim. Sein Sohn aber wurde wieder blind.

Viele Menschen schätzen auch heute die besondere Qualität des Wassers der Quelle vor dem Kirchhof. Sie kommen oft aus der weiteren Umgebung, um dort zu schöpfen und sich zu erfrischen.

Die Altehrwürdigkeit und die schöne Lage der Kapelle, als auch ihr schmucker, zur Andacht einladender Innenraum, führten dazu, dass in letzter Zeit manch junges Paar seine Ehe dort unter Gottes Segen stellt.

In St. Rupert gibt es keinen Stromanschluss, die Gottesdienste werden im Kerzenschein gehalten. Auch die Orgel muß noch getreten werden. In den Sommermonaten Mai, Juni, Juli, August findet jeden Samstagabend um 19.00 Uhr eine Abendandacht statt. Diese Andacht hat großen Zuspruch aus der näheren und weiteren Umgebung sowie der Feriengäste.